Das Thüringenkolleg in Weimar steht vor dem Aus. Nach aktuellen Berichten plant die Landesregierung die Schließung dieser seit Jahrzehnten bewährten Bildungseinrichtung. Für uns als Mitglieder des Stadtrates ist klar: Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Das Thüringenkolleg eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben. Es bietet eine echte zweite Chance für alle, deren Bildungsweg nicht geradlinig verlaufen ist – sei es aus persönlichen, familiären oder beruflichen Gründen. Gerade in einer Stadt wie Weimar, die für Bildung und Kultur steht, ist ein solches Angebot von besonderer Bedeutung. Bildungsgerechtigkeit heißt für uns, diese Perspektiven dauerhaft zu sichern.
Begründet wird die geplante Schließung mit einer finanzpolitischen Empfehlung und angeblich zu hohen Kosten pro Schüler. Tatsächlich liegen die ungedeckten Kosten am Thüringenkolleg mit rund 14.000 Euro pro Jahr jedoch deutlich unter denen anderer Schulformen, etwa an Spezialgymnasien oder am Sportgymnasium. Eine rein rechnerische Betrachtung greift hier zu kurz. Ein Bildungsabschluss darf in einem Sozialstaat nicht an vergleichsweise geringen Mehrkosten scheitern.
Deshalb haben wir gemeinsam mit den Fraktionen WeimarWerk und der SPD einen Antrag in den Stadtrat eingebracht. Darin fordern wir den Oberbürgermeister auf, sich mit allem Nachdruck gegenüber dem zuständigen Landesministerium für den Erhalt des Thüringenkollegs Weimar einzusetzen.
Das Thüringenkolleg ist ein wichtiger Bestandteil der Weimarer Bildungslandschaft und ein Ort neuer Chancen. Wir hoffen darauf, dass der Stadtrat fraktionsübergreifend und geschlossen für seinen Erhalt einsteht.
Für die CDU-Fraktion
Jörg Geibert
Der Stadtrat diskutiert zurzeit den Haushalt für das Jahr 2026, der Mitte März verabschiedet werden soll. Wir wollen den Erfolgskurs der letzten Jahre fortsetzen, Schulden abbauen und die Steuerhebesätze stabil halten. Die sich verändernden Rahmenbedingungen erfordern aber auch, sich auf neue Situationen rechtzeitig einzustellen, um möglichst vorbereitet zu sein und nicht eine kaum noch beherrschbare Situation wie etwa beim Blackout in Berlin oder bei Hackerangriffen auf andere Kommunen erleben zu müssen.
Ein zentrales Anliegen ist für uns daher die Frage der Sicherheit im umfassenden Sinn. Sicherheit beschränkt sich nicht auf einzelne Bereiche, sondern beginnt dort, wo Verwaltung, Versorgung und zentrale Abläufe stabil organisiert sein müssen. Damit dies gelingt, braucht es klare Zuständigkeiten, verlässliche Strukturen und eine vorausschauende Organisation. Diese Voraussetzungen entstehen nicht von selbst, sondern müssen bewusst geschaffen werden.
Deshalb wollen wir im Haushalt gezielt Maßnahmen verankern, die Vorsorge dauerhaft ermöglichen. Dazu gehört, Verantwortung klar zu bündeln und die notwendigen organisatorischen und personellen Voraussetzungen zu schaffen, damit Risiken frühzeitig erkannt und Abläufe im Bedarfsfall koordiniert gesteuert werden können. Vorsorge ist nur dann wirksam, wenn sie nicht nebenbei, sondern verbindlich wahrgenommen wird.
Wir setzen damit auf rechtzeitiges Handeln statt auf spätes Reagieren. Wer vorbereitet ist, kann Probleme begrenzen und im Ernstfall schneller und zielgerichteter handeln. Dieser Ansatz prägt unsere Haushaltsentscheidungen und steht für verantwortungsvolle kommunalpolitische Steuerung.
Gleichzeitig ist uns Maßhalten wichtig. Alle Ansätze werden sorgfältig geprüft und an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Stadt ausgerichtet. Vorsorge darf weder überzogen noch symbolisch sein, sondern muss sinnvoll, angemessen und dauerhaft tragfähig bleiben.
Mit diesem Haushalt übernehmen wir Verantwortung für eine Stadt, die auch unter schwierigen Bedingungen verlässlich funktioniert. Unser Ziel ist es, Stabilität zu sichern, Vertrauen zu stärken und Weimar gut vorbereitet in die kommenden Jahre zu führen.
Für die CDU-Fraktion
Jörg Geibert
Zu Beginn des neuen Jahres wünschen wir allen Bürgern unserer Stadt Gesundheit, Zuversicht und Gottes Segen. Auch 2026 bringt für unsere Stadt zahlreiche wichtige Vorhaben mit sich. In vielen Bereichen besteht Investitionsbedarf – bei kulturellen Einrichtungen, öffentlichen Gebäuden, im Straßenbau und anderen Infrastrukturanlagen, die für das Leben in unserer Stadt von großer Bedeutung sind. Diese Aufgaben gehen mit hohen organisatorischen und finanziellen Anforderungen einher.
Gerade vor diesem Hintergrund ist es notwendig, klare Prioritäten zu setzen und Projekte realistisch sowie vorausschauend zu planen. Nicht alles kann gleichzeitig umgesetzt werden. Eine gute Vorbereitung, sorgfältige Abstimmung und eine verlässliche Umsetzung sind daher zentrale Maßstäbe für die Haushaltsentscheidungen in
diesem Jahr.
Als Kulturstadt und wichtiger kultureller Mittelpunkt trägt Weimar eine besondere Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung seiner Einrichtungen. Projekte wie das DNT oder die Weimarhalle leisten einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität unserer Stadt – heute und mit Blick auf die Zukunft. Die Verantwortung der Stadt liegt dabei nicht allein in der Finanzierung, sondern insbesondere in einer guten Steuerung, verlässlichen Planung sowie der Einhaltung von Zeit- und Kostenrahmen.
Als Fraktion sehen wir unsere Aufgabe darin, die Erwartungen der Weimarer Bürger und Unternehmen aufzunehmen, die Verwaltung konstruktiv zu begleiten und auf eine klare Prioritätensetzung zu achten. Mit Sachlichkeit, Augenmaß und guter Zusammenarbeit wollen wir dazu beitragen, die Entwicklung unserer Stadt langfristig und verantwortungsvoll zu gestalten. Gemeinsam werden wir die Herausforderungen des Jahres 2026 bewältigen.
Für die CDU-Fraktion
Jörg Geibert